20 Mai KI in der Bestattungsbranche: Es geht nicht nur um Tools
Anfang Mai habe ich beim Fachtag für Bestatter des Verbands Tischler NRW über KI und Trauer gesprochen. Der Titel meines Vortrags war: „KI & Trauer: Zwischen Würde, Wandel und Verantwortung.“
Besonders gefreut hat mich das Feedback aus dem Publikum –> O-Ton: „Ihren Vortrag vor uns Bestattern habe ich als brillant und inspirierend empfunden.“ Vielleicht auch deshalb, weil ich nicht über Künstliche Intelligenz als Technikthema gesprochen habe, sondern als Haltungsfrage.
Bestatter:innen sind und waren immer auch ein Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen. Und wenn KI inzwischen in nahezu alle Lebensbereiche einzieht, dann macht sie auch vor Sterben, Tod und Trauer nicht Halt. Damit stellt sich auch für Bestattungsunternehmen die Frage: Wie gehen wir mit KI um?
Künstliche Intelligenz kann in administrativen Bereichen unterstützen, etwa in Planung und Logistik. Und sie kann als generative Erinnerungshilfe genutzt werden, zum Beispiel für Fotorestaurierung oder für erste Entwürfe von Traueranzeigen und Trauerreden.
👉 Neu und besonders ist für mich aber die Schnittstelle zu den Kund:innen. Denn nachts um drei wird KI für Angehörige oft zur ersten Anlaufstelle. Und wenn sie morgens um acht beim Bestatter anrufen, sind die Antworten des Algorithmus längst mit im Gespräch. Die Trauer- und Erinnerungskultur verschiebt sich gerade. Die Welt der Kund:innen verändert sich.
Ich glaube, dass sich damit auch die Rolle von Bestatter:innen weiter verschiebt. Nicht weg vom Menschlichen, sondern tiefer hinein in Begleitung, Orientierung und Gestaltung. Zum physischen Abschied kommt der digitale Nachlass. Zu organisatorischen Fragen kommen ethische Fragen. Und zur Erfahrung kommt die Aufgabe, KI einordnen und verständlich erklären zu können.
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